Nach dem Buch ist vor dem Buch.
Ich schreibe gerade an meinem zweiten Roman – und ja, ich habe mir direkt vorgenommen, es mir noch ein bisschen schwerer zu machen als beim Debüt. Diesmal geht es um Depressionen, um Ausgrenzung und um die leisen Kämpfe, die niemand sieht. Im Mittelpunkt steht ein homosexueller Jurastudent, der immer wieder auf Ablehnung stößt – und trotzdem irgendwie weitermacht.
Ich bin aktuell im ersten Entwurf, was übersetzt heißt: viel Kaffee, sehr wenig Schlaf und ein Kühlschrank, der mich inzwischen vermutlich auch nicht mehr erkennt. Geschrieben wird nachts, gedacht eigentlich immer. Es ist ein fordernder Prozess, intensiver als alles, was ich bisher gemacht habe – aber genau deshalb fühlt es sich richtig an.
Was mir bei dieser Geschichte besonders wichtig ist: zu zeigen, dass jeder Mensch liebenswert ist, selbst dann (oder gerade dann), wenn er es selbst nicht mehr sehen kann. Klingt groß, ich weiß. Aber genau solche Geschichten will ich erzählen – psychologisch, nah dran, ohne Ausweichmanöver.
Wenn ich in diesem Tempo weiterschreibe und mein Schlafrhythmus nicht vollständig kollabiert, schaffe ich die Veröffentlichung vielleicht sogar noch dieses Jahr. Und falls nicht: Drei weitere geplottete Bücher warten schon geduldig darauf, mir ebenfalls den Schlaf zu rauben.